Tiervermittlung

Das solltet ihr über unsere Arbeit und die Tiere wissen...

Wenn ihr einen Hund oder eine Katze adoptieren möchtet, entscheidet ihr euch für ein neues Familienmitglied in eurem Zuhause, was bedeutet, dass ihr über viele Jahre, in guten wie in schlechten Zeiten, die volle Verantwortung für dieses Lebewesen tragt. Schon im Vorweg sind dabei viele Fragen zu klären.

Eine Katze oder ein Hund aus dem Tierschutz
Wir freuen uns sehr, dass ihr ein Tier aus dem Tierschutz adoptieren möchtet oder zumindest mit diesem Gedanken spielt. Mit der Übernahme eines Tieres gebt ihr gleichzeitig einem weiteren Tier eine Chance auf Rettung. Denn damit befreit ihr nicht nur ein Tier aus großer Not, sondern ermöglicht gleichzeitig einem nachfolgenden Tier auf dessen Platz aufzurücken. Damit sichert ihr auch diesem Hund oder dieser Katze eine Überlebenschance. In vielen Tierheimen im Ausland sind die Tierheimplätze limitiert, d.h. überzählige Tiere müssen getötet werden. Bitte überlegt daher auch, ob für euch auch ein älteres Tier infrage kommt.

Wie läuft die Abwicklung?
Wenn ihr ein Tier gefunden habt, dem ihr ein neues Zuhause geben möchtet, setzt euch am besten telefonisch mit uns in Verbindung. Wir können euch noch einige Details zu dem Tier erzählen und gemeinsam mit euch klären, ob das Tier gut zu euch passt. Je nachdem, ob das Tier schon in Deutschland ist oder nicht, organisieren wir den Transfer, oder ihr schaut bei der Pflegestelle vorbei und lernt das Tier kennen.

Anschließend wird jemand zur Vorkontrolle bei euch vorbeikommen und noch mal prüfen, ob Zuhause, Tier und Mensch perfekt zusammenpassen. Diesen Termin sprechen wir natürlich mit euch ab. Es geht uns bei dem Besuch nicht darum, euch persönlich zu kontrollieren, wir möchten nur noch einmal sehen, wie das Tier bei euch leben würde. An dieser Stelle wird z. B. noch mal besprochen, ob eine Genehmigung von dem Vermieter vorliegt, und natürlich werden auch Tipps für das Zusammenleben mit Hund oder Katze gegeben.

Woher kommt eigentlich mein Glücksfell?
In den wenigsten Fällen kennen wir die Vorgeschichte unserer Glücksfelle, aber die Erfahrung hat uns gezeigt, dass es sich in der Regel um sehr gut sozialisierte Tiere handelt. Viele der Tiere wurden ausgesetzt, bei Umzug zurückgelassen, wurden als Welpen auf der Straße gefunden oder wurden abgegeben bzw. am Tierheimzaun angebunden. Wir nehmen sowohl junge als auch alte Tiere zu uns, von denen wir in der Regel nur das wissen, was uns unsere Partner vor Ort aus ihren Beobachtungen berichten. Es ist für uns dennoch immer wieder ein Phänomen, wie gut die Tiere in der Regel sozialisiert sind und wie lieb und zutraulich sie sich trotz grausamer Lebensbedingungen zeigen. Wenn ihr einen Familienhund sucht, seid ihr bei uns richtig. Wir vermitteln keine Schutzhunde und auch keine Hunde in Zwingerhaltung. Gern beraten wir euch in allen Fragen und halten auch nach der Vermittlung Kontakt.

Ist mein neuer Hausbewohner gesund?
Hunde oder Katzen weisen bei Vermittlung alle nötigen Impfungen auf, sind mit Microship gekennzeichnet und sind wenn nicht anders genannt auf Mittelmeerkrankheiten untersucht. Des weiteren sind sie entwurmt und entfloht. Meist sind sowohl die Hunde als auch die Hündinnen bereits kastriert, es sei denn es handelt sich um Welpen. Sollte euer Tier eine uns bekannte gesundheitliche Beeinträchtigung haben, werdet ihr vorher informiert und könnt eure Entscheidung dann in Ruhe überlegen. Bitte bedenkt aber auch, dass wir die Gesundheit eines Tieres nicht garantieren können. Sollte ein Tier doch einmal kurz nach seiner Vermittlung erkranken, liegt es in eurer Verantwortung, Sorge für seine Gesundheit zu tragen. Dies ist bei einer innerdeutschen Vermittlung über ein Tierheim, eine Privatvermittlung oder einen Züchter nicht anders.

Die Übernahme eines Tieres aus Tierschutzbeständen bedeutet auch besondere Fürsorge und Verständnis, da die Tiere sich den neuen Lebensgewohnheiten erst anpassen müssen. Hierfür benötigen sie Zeit und Geduld. Bitte überlegt daher gut, ob ihr unter Umständen auch bereit seid auf etwas zugunsten des Tieres zu verzichten, wenn es sich (zunächst) nicht genau euren Erwartungen entsprechend verhält.

Immerhin hatte das Tier bisher viel Stress: Erst wurde es von Menschen verlassen, dann vielleicht eingefangen, lebte mit sehr vielen anderen Tieren zusammen in einer Auffangstation oder saß allein in einem Käfig, hat evtl. Hunger, Durst und Kälte erfahren und danach eine anstrengende Reise angetreten, um sich in einer ungewohnten Umgebung wieder zu finden.

Seid daher nicht ungeduldig, wenn euer neues Familienmitglied in den ersten Tagen mit stressbedingtem Durchfall, Unsauberkeit, Scheu oder sonst irgendwie anders als erwartet reagiert. Macht euch bewusst, dass ihr es mit einem Tier zu tun habt, dass bereits schlechte Erfahrungen gemacht haben kann, die sich vielleicht auch auf Menschen beziehen, so dass es erst Vertrauen zurückgewinnen muss.

Warum muss ich einen Schutzvertrag für mein Glücksfell unterschreiben?
Der Schutzvertrag regelt die wesentlichen Punkte zur artgerechten Tierhaltung beim neuen Besitzer. Es wird ausgeschlossen, dass mit den Tieren Handel betrieben wird und es an Dritte verkauft wird. Der Schutzvertrag wird bei der Übergabe des Tieres unterzeichnet und kann vorher natürlich eingesehen werden. Uns liegt sehr viel an unseren Glücksfellen. Wir investieren einen Großteil unserer Freizeit, viel Geld aber vor allem viel Tierliebe in die Rettung von Hunden und Katzen. Mit dem Schutzvertrag stellen wir daher auch sicher, dass dieses Engagement einen Sinn hat. Schließlich wollen wir das Tierelend verringern und somit auch noch nach Jahren sicher sein, dass es unseren Glücksfellen gut geht. Wir bewahren keine Tiere vor dem Tod oder Elend, um sie dann in ähnlich schlechten Verhältnissen zu sehen. Daher müsst ihr auch immer mit einer Nachkontrolle durch uns rechnen, die ihr selbstverständlich auch eurerseits einfordern könnt, wenn ihr Fragen habt.

Warum wird eine Schutzgebühr erhoben? Und wo geht dieses Geld hin?
Der größte Teil der Schutzgebühr fällt für die tierärztliche Versorgung des Tieres, wie Bluttests, Impfungen, Kastration, Chip und EU-Pass, an. Außerdem fallen vor Ort Kosten in den Tierheimen an, um das Überleben der Tiere zu sichern, z. B. für tierärztliche sowie medizinische Versorgung und für Futter. In der Regel deckt die Schutzgebühr nicht die tatsächlichen Ausgaben für ein Tier. Sie ist also ein Mindestbetrag, den wir nehmen müssen.

Wir versuchen soweit wie möglich unsere Partner vor Ort bei der Versorgung der Tiere zu unterstützen, die noch dort bleiben müssen und zum Teil in erbärmlichen Zuständen leben müssen. Die Verhältnisse vor Ort sind keinesfalls mit deutschen Bedingungen zu vergleichen. Wir verzichten an dieser Stelle auf ausführliche Beschreibungen des Elends, weil wir uns auch mit dem Namen „Glücksfelle“ das Schöne am Tierschutz hervorheben wollen.

Nichts desto trotz leben die Tiere unter schrecklichen Bedingungen und nicht zuletzt auch die Tierschützer vor Ort in ärmlichen Verhältnissen. Sehr viele Kosten wie Ausgaben für Telefon, Aushänge, Internetgebühren, Boxentransporte, Fahrtkosten, Futterkosten, Anschaffungen für Geschirre und Spielzeug übernehmen wir aus eigener Tasche, um die Tierschützer vor Ort zu entlasten.

Bitte habt daher Verständnis, wenn wir keine Ratenzahlungen akzeptieren und nicht um Schutzgebühren feilschen. Tiere sind Lebewesen und keine Handelsware. Die Schutzgebühr wird bei Übergabe des Tieres in bar fällig. Wenn ihr bereits bei der Höhe der Schutzgebühr zögert, überdenkt bitte eure Entscheidung zur Anschaffung eines Tieres nochmals gründlich.

Die Anschaffungskosten sind in der Regel der geringste Betrag der Tierhaltung. Auch gesunde Tiere kosten im Verlauf eines Lebens Geld. Neben Futter müsst ihr für ein Tier auch Ausgaben wie Versicherung, Steuern, Spielsachen, Leinen, Geschirr, Kratzbäume, Decken, regelmäßige Impfungen etc. bezahlen können. Wir wünschen unseren Glücksfellen nicht, dass hieran gespart wird. Wenn ihr euch die eigene Haltung eines Tieres nicht leisten wollt oder euch dauerhaft an ein Tier binden könnt, freuen wir uns aber über euer Engagement als Pflegestelle oder für andere Aufgaben.

Kann ich mein Tier umtauschen?
Ihr müsst euch immer bewusst sein, dass eine Vermittlung auch eine Überraschung bedeuten kann. Wir teilen euch nach bestem Wissen die Charaktereigenschaften des Tieres mit und zeigen euch Fotos. Dennoch sind auch wir manchmal überrascht, wenn ein Hund anderes aussieht, als das Foto vermuten ließ. Es kann sein, dass euer Tier als ausgeglichen und lustig beschrieben wird. Hier angekommen stellen wir aber fest, dass es ausgesprochen ängstlich reagiert. Tiere, die ihre gewohnte Umgebung verlassen, brauchen eben Zeit, sich an Neues zu gewöhnen. Vor Ort waren vertraute Personen und in der Regel ein ganzes Hunderudel. Hier im neuen Zuhause warten nun völlig andere Lebensbedingungen auf den Hund und die Katze. Nun ist es an euch, dass euer neues Familienmitglied Vertrauen entwickelt. Erwartet keine Wunder nach wenigen Tagen. Je nach Erfahrungen, Anlage des Tieres und eurer Erfahrung brauchen einige mehr Zeit, und andere können sich sofort umstellen. Vielleicht habt ihr auch in einigen Bereichen schnell Erfolg und andere Verhaltensweisen behält das Tier zunächst bei.

Solltet ihr nach einiger Zeit aber dennoch feststellen, dass ihr andere Vorstellungen von eurem Glücksfell hattet, suchen wir im Interesse des Tieres gern ein neues Zuhause. Da wir hierfür zunächst eine Pflegestelle finden müssen, erwartet bitte keine sofortige Abholung.

Welche Vorbereitungen muss ich treffen?
Nehmt euch anfangs viel Zeit, wenn möglich sogar Urlaub, bis der Tagesablauf wie Fütterung und Spaziergänge etc. geregelt ist. Plant keine großen Aktivitäten, wie Umzug, Feste und Urlaubsfahrten. Hund oder Katze sollten sich in Ruhe eingewöhnen können, um Vertrauen zu fassen. Die Tiere brauchen mindestens einen Monat, bis sie sich an den neuen Lebensrhythmus in ihrem Zuhause gewöhnt haben. In dieser Zeit wirken sie manchmal noch recht unruhig und laufen euch ständig hinterher. Eine Bindung baut sich erst über Monate auf.

Wenn ihr erstmals ein Tier halten wollt, informiert euch bitte bei uns, welches Tier zu euch passt oder lest ein gutes Fachbuch. Wir beraten euch gern. Wir setzen in jedem Fall voraus, dass ihr euch mit dem Thema artgerechte Hunde- bzw. Katzenhaltung beschäftigt habt und die Grundlagen der Erziehung kennt. Ein Glücksfell kann gern euer erstes Tier sein, aber beschäftigt euch bitte vorher mit dem Thema Haltung und Erziehung von Tierschutztieren.

Wenn ihr bereits Erfahrung mit Hunden/Katzen habt, erwartet bitte nicht, dass das neue Tier genauso ist oder wird, wie euer anderes – selbst bei gleicher Erziehung nicht. Wenn ihr bereits einen Hund oder eine Katze haltet und ein weiteres Tier aufnehmen wollt, bedenkt bitte auch, dass vor allem euer Ersttier den neuen Hausgenossen akzeptieren muss. Es bedeutet sehr viel Stress für Tiere, dauerhaft mit einem Artgenossen zusammen leben zu müssen, der als Eindringling empfunden wird.

Wenn ihr Kinder habt:
Bitte bereitet auch eure Kinder entsprechend ihres Alters darauf vor, dass das tierische Familienmitglied zu Anfang Ruhe und Eingewöhnungszeit braucht und auch danach kein Spielzeug darstellt. So stolz gerade jüngere Kinder den neuen Hund oder die neue Katze ihren Spielkameraden präsentieren wollen, so umsichtig reagiert bitte darauf. Hunde freuen sich weit mehr über einen Familienausflug ins Grüne, als die Teilnahme an Kindergeburtstagen oder ähnliches.

Garantie
Eine Garantie von uns für die von uns vermittelten Tiere gibt es nicht. Tiere sind Lebewesen und keine Gegenstände, die man reklamieren kann. Wir verstehen uns außerdem nicht als Anlaufstelle, wenn ihr einen günstigen Rassehund sucht, für den ihr beim Züchter viel mehr Geld ausgeben müsst. Ebenso wenig vermitteln wir ausschließlich junge Hunde oder Welpen. Uns ist jedes „Notfell“ willkommen – ungeachtet seines Alters. Wenn ihr euch für einen Hund/eine Katze aus dem Tierschutz interessiert, setzen wir voraus, dass ihr euch der besonderen Verantwortung bewusst seid. Adoptiert einen Hund und eine Katze nur, wenn ihr wirklich mit dem Herzen dabei und bereit seid, selbst dazu zu lernen. Nicht das Tier allein muss sich auf euch einstellen, sondern im Wesentlichen IHR auf die Bedürfnisse des Tieres. Daher überlegt bitte vorher gemeinsam mit uns, welcher Charakter eines Tieres am besten euren Wünschen entspricht.

Das lehnen wir grundsätzlich ab:
• Zughalsbänder, die sich bei Leinendruck zuziehen (auch sogenannte Retrieverleinen)
• Ketten- und Stachelhalsbänder
• Überwiegende Gartenhaltung von Hunden (ohne ausreichenden Freilauf im Gelände)
• Zwingerhaltung
• Alleinlassen des Hundes von mehr als 6 Stunden täglich
• Ausschließliche Leinenführung eines Hundes, d. h. ohne ausreichenden Freilauf
• Vermittlung in starke Raucherhaushalte
• Sprüh- und Elektrohalsbänder zur „Erziehung“ von Hunden
• „Erziehungsgeschirre“, die Druck über ein dünnes Band über die Achseln geben
• Jede andere Form der körperlichen und psychischen Gewalt
• Tiere als Spielzeug für Kinder

Wir bedanken uns für euer Vertrauen und für euer Interesse! Wenn ihr in ALLEN Punkten mit uns übereinstimmt, freuen wir uns über euer Interesse an einem Glücksfell.